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Wie die Vulkaninsel Ischia vom Klimawandel beeinflusst wird

Klimawandel auf Ischia – Wie globale Veränderungen die Vulkaninsel beeinflussen

Die Vulkaninsel Ischia ist für viele ein Sinnbild mediterraner Natur: grüne Hänge, milde Winter, heiße Sommer und das tiefblaue Meer des Golfs von Neapel. Doch auch auf Ischia zeigen sich zunehmend die Auswirkungen des globalen Klimawandels.

Steigende Temperaturen, Starkregenereignisse, Erdrutsche und Veränderungen der Vegetation machen deutlich, dass kleine Inseln besonders eng mit den globalen Klimaprozessen der Erde verbunden sind. Gleichzeitig ist Ischia aufgrund ihres Vulkanismus ein besonders spannender Ort, um die Wechselwirkungen zwischen Klima und Geologie zu verstehen.

Klima im Wandel – ein natürlicher Prozess?

Das Klima der Erde war niemals völlig konstant. Im Laufe der Erdgeschichte wechselten sich immer wieder warme und kalte Phasen ab. Ursache dafür waren natürliche Prozesse wie Veränderungen der Erdbahn, Vulkanismus, Veränderungen der Ozeanströmungen oder Schwankungen der Sonneneinstrahlung.

Besonders bekannt sind dabei die sogenannten Milanković-Zyklen. Sie beschreiben langfristige Veränderungen:

  • der Erdachsenneigung,

  • der Form der Erdbahn

  • und der Ausrichtung der Erdachse.

Diese Prozesse beeinflussen über viele tausend Jahre hinweg die Menge der Sonneneinstrahlung auf der Erde und gelten als wichtige Ursache vergangener Eis- und Warmzeiten.

Vulkanismus und Klima

Auch Vulkane beeinflussen das Klima der Erde.

Bei großen Eruptionen gelangen Asche, Gase und Aerosole bis in hohe Atmosphärenschichten. Dort reflektieren sie Sonnenlicht und können zeitweise für eine globale Abkühlung sorgen.

Ein berühmtes Beispiel ist der Ausbruch des Tambora-Vulkans in Indonesien im Jahr 1815. Die gewaltige Eruption führte weltweit zu Temperaturabsenkungen — mit schweren Hungersnöten und dem sogenannten „Jahr ohne Sommer“ 1816.

Auch die Region rund um den Golf von Neapel war in der Erdgeschichte von extremen Vulkanausbrüchen geprägt. Besonders die Entstehung der Caldera der Phlegräische Felder vor rund 39.000 Jahren beeinflusste vermutlich das damalige Klima Europas.

Die größte Eruption auf Ischia selbst ereignete sich vor etwa 55.000 Jahren und schleuderte enorme Mengen vulkanischen Materials in die Atmosphäre.

CO₂, Atmosphäre und der Treibhauseffekt

Vulkane setzen nicht nur Asche frei, sondern auch Kohlendioxid (CO₂). Auf Ischia treten vulkanische Gase noch heute in Form von Fumarolen, Mofetten und Solfataren aus dem Untergrund aus.

Besonders interessant sind die natürlichen CO₂-Austritte in Küstennähe beim Castello Aragonese. Dort untersuchen Wissenschaftler die Auswirkungen der sogenannten Ozeanversauerung.

Das austretende CO₂ reagiert mit Meerwasser zu Kohlensäure. Dadurch sinkt der pH-Wert des Wassers, was besonders problematisch für Lebewesen mit Kalkschalen oder Kalkskeletten ist.

Der aktuelle Klimawandel – schneller als früher

Obwohl sich das Klima der Erde schon immer verändert hat, verläuft die heutige Erwärmung außergewöhnlich schnell.

Seit Beginn der Industrialisierung steigt die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre stark an. Vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger gelangt zusätzliches CO₂ in die Luft, wodurch mehr Wärme in der Atmosphäre gespeichert wird.

Die Folgen sind weltweit messbar:

  • steigende Durchschnittstemperaturen,

  • schmelzende Eismassen,

  • steigende Meeresspiegel

  • und häufigere Wetterextreme.

Auch auf Ischia zeigt sich diese Entwicklung bereits deutlich. Während für den Zeitraum 1971–2000 noch eine durchschnittliche Jahrestemperatur von etwa 16,8 °C angegeben wurde, lagen die Werte zwischen 2010 und 2019 bereits rund 1 °C höher.

Wetterextreme und Naturgefahren auf Ischia

Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich auf der Insel besonders bei extremen Wetterereignissen.

Starkregen kann an den steilen Vulkanhängen Ischias schnell zu:

  • Erdrutschen,

  • Schlammströmen

  • und Überschwemmungen führen.

Gerade in den Wintermonaten treten solche Ereignisse immer häufiger in den Fokus. Auch Küstenbereiche wie Ischia Ponte sind zunehmend von Sturmfluten und Überschwemmungen betroffen.

Hinzu kommt die Gefahr längerer Trockenperioden und Waldbrände während heißer Sommermonate.

Interessant ist zudem ein Blick in die Vergangenheit: Im Kastanienwald von Falanga existieren noch heute sogenannte Schneegruben, in denen früher Schnee und Hagel gesammelt wurden, um Eis herzustellen. Solche Schneefälle sind auf Ischia inzwischen äußerst selten geworden.

Klimaarchive – der Blick in die Vergangenheit

Um heutige Klimaänderungen besser zu verstehen, untersuchen Wissenschaftler sogenannte Klimaarchive.

Dazu gehören unter anderem:

  • Eiskerne,

  • Sedimente,

  • Baumringe,

  • fossile Pollen

  • oder Korallen.

Mit verschiedenen Datierungsmethoden lässt sich dadurch das Klima vergangener Erdzeitalter rekonstruieren.

Diese Erkenntnisse zeigen, dass Klimaänderungen schon immer Teil der Erdgeschichte waren — gleichzeitig aber auch, wie ungewöhnlich schnell sich das Klima derzeit verändert.

Eine Insel zwischen Natur und Veränderung

Ischia zeigt eindrucksvoll, wie eng Klima, Vulkanismus und Landschaft miteinander verbunden sind. Die gleichen geologischen Prozesse, die Thermalquellen, Fumarolen und fruchtbare Böden hervorbringen, beeinflussen auch Atmosphäre und Umwelt.

Gleichzeitig macht die Insel sichtbar, wie empfindlich mediterrane Regionen auf klimatische Veränderungen reagieren können.

Der Klimawandel ist auf Ischia deshalb nicht nur ein globales Thema, sondern längst Teil des alltäglichen Lebens — sichtbar in der Landschaft, im Wetter und in den Veränderungen der Natur.

Mehr erfahren

Newsletter: https://eurogeopark.com/Ischia-Kontakt/Newsletter

Exkursionen: https://eurogeopark.com/Ischia-Ausfluege/Ausflugskalender

 

Quellen

  • Bubenzer, O. et al. (2007): Natürliche Klimaänderungen im Laufe der Erdgeschichte. Aus: Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke, Ausblicke. S. 17-26, Potsdam-Institut für Klimafolgeforschung e.V., Potsdam
  • Jacobeit, J. (2007): Zusammenhänge und Wechselwirkungen im Klimasystem. Aus: Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke, Ausblicke. S. 1-16, Potsdam-Institut für Klimafolgeforschung e.V., Potsdam
  • Lozán et al. (2018): Warnsignal Klima – Extremereignisse. Wissenschaftliche Auswertungen, Hamburg.
  • Nowaczyk, N. R.; Arz, H. W.; Frank, U.; Kind, J.; Plessen, B. (2012): “Dynamics of the Laschamp geomagnetic excursion from Black Sea sediments” Earth and Planetary Science Letters, 351-352, 54-69
  • Ramstorf, S. und Schellnhuber (2007): Der Klimawandel. Diagnose, Prognose, Terapie. 144 S. München
  • datameteo.it
  • climate.nasa.gov/
  • noaa.gov/climate
  • dwd.de/DE/klimaumwelt/klimawandel/klimawandel_node.html
  • bildungsserver.hamburg.de/klimawandel/

 

 

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