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Möge das 'hohe' Casamicciola eine Warnung für die Nachwelt werden.

Letzte Woche haben wir über vulkanische Erdbeben, hydrothermale Erdbeben, klimabedingte Erdbeben, induzierte Erdbeben und die Radon-Methode gesprochen, die uns in Zukunft möglicherweise Informationen über bevorstehende Erdbeben liefern könnte. All dies wurde bei der Erstellung der Mikrozonierungs-Karte jedoch nicht berücksichtigt! Heute möchte ich hier weitere mögliche Gefahren beschreiben, denen die Insel Ischia ausgesetzt ist. Wir sprechen über Vulkanausbrüche! Da Ischia ein vulkanisches Gebiet ist, müssen wir neben der Erdbebengefahr auch die Gefahr von Vulkanausbrüchen berücksichtigen.

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GUT ZU WISSEN! Die Fakten: 

  • Auf der Erde hat es schon immer Vulkanausbrüche gegeben, seit 4,6 Milliarden Jahren. 
  • Jedes Jahr gibt es etwa 60 Vulkanausbrüche. 
  • 5% der Vulkanausbrüche fordern Menschenleben - auch heute noch! 
  • Als ruhend eingestufte Vulkane können jederzeit wieder aktiv werden.                                                          ____________________________________________________________________ 

 

Vier Faktoren für die Vorhersage von Vulkanausbrüchen

Vier Faktoren können uns Hinweise auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch geben, nämlich vulkanische Erschütterungen, die Ausdehnung der Magmakammer, Bodenerwärmung und erhöhte Gasemissionen. Diese vier Faktoren "zusammen" können einen Hinweis auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch geben. "Einer allein" kann nicht für eine Prognose vulkanischer Aktivität herangezogen werden. Im Folgenden möchte ich die vier Faktoren erläutern.

Vulkanische Erschütterungen und seismische Aktivität

Vulkanische Erschütterungen werden als Erdbeben definiert, die unterhalb oder in der Nähe von Vulkanen oder aufgrund vulkanischer Prozesse auftreten. Außergewöhnlich hohe seismische Aktivität wurden Jahre, Monate oder Stunden vor einem Ausbruch festgestellt, ohne Ausnahme unmittelbar in der Nähe des Vulkans. "Tremor" ist eine Reihe von Erdbeben mit einer Magnitude von weniger als 1 auf der Richterskala und ist einer der vielen Faktoren, die darauf hinweisen, dass der Vulkan seine Aktivität wieder aufgenommen hat.

Ausdehnung der Magmakammer und Bodenveränderungen

Ein Vulkanausbruch wird durch den Aufstieg von Magma eingeleitet, was charakteristische seismische Signale erzeugt. Auch Veränderungen in der Bodenbeschaffenheit, d.h. "aufblähende Vulkane", deuten auf einen Ausbruch hin. Neigungsmessungen und Abstandsmessungen sind erforderlich, um diese Ausdehnungen an der Oberfläche eines Vulkans zu messen. Die Ausdehnung der Magmakammer kann mit GPS und Satelliten (EDM) gemessen werden.

Bodenerwärmung und Temperaturänderungen

Ein Vulkan erwärmt sich, wenn das Magma langsam aus einer Magmakammer aufsteigt. Dieser Aufstiegsprozess von Magma, dessen Temperatur etwa 1.200°C beträgt, geht mit einer lokalen Erhöhung der Temperatur des umliegenden Gesteins einher. Solche Temperaturerhöhungen können direkt am Boden von festen Stationen oder durch Infrarotbilder aus dem Weltraum gemessen werden.

Gasemissionen und ihre Bedeutung

Gasemissionen sind die treibende Kraft der vulkanischen Aktivität. Die Änderung der Menge, Temperatur und chemischen Zusammensetzung von Gasemissionen ist entscheidend für die Vorhersage von Vulkanausbrüchen. Die geochemische Überwachung umfasst auch die Überwachung des Grundwassers und von Quellen. Bei hohen Emissionen kann die Konzentration bestimmter Gase auch durch Fernerkundung anhand ihres Absorptionsspektrums im sichtbaren Licht bestimmt werden.

Risikominderung und Vorsichtsmaßnahmen

Aus den letzten Wochen und den oben genannten Argumenten geht klar hervor, dass das Risiko gemindert werden muss. Unter Risikominderung versteht man im Allgemeinen die Erfassung von Fernmessdaten, um sie in eine zukünftige Prognose zu überführen. Es ist wichtig, aus der Vergangenheit zu lernen und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um sich vor möglichen Katastrophen zu schützen.

Schlussfolgerung und Ausblick

Es ist entscheidend, dass alle Bewohner der Insel sich der potenziellen Gefahren bewusst sind und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Vergangene Ereignisse und wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Gefahr von Erdbeben und Vulkanausbrüchen auf Ischia real ist und nicht ignoriert werden sollte.

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